Dive Station Hemmoor GmbH

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Mexikotripp mit Protec Sardinia, 07.01-17.01.2006

Ein Reisebericht von Manfred Reise

Manfred

Vom 07. bis 17.01.2006 war ich mit Pro-Tec-Sardinia in Mexico. Das vierte Mal saß ich jetzt wieder zum Höhlentauchen im Flieger nach Cancun. Angekommen kam ich das erste mal reibungslos durch den Zoll, es dauerte nur 30 Min.

Gegen 14.30 hatte mich das geile Klima Yucatans wieder. Pat (Patrik Wiget) wartete bereits am Flughafenausgang.

Im fast neuen, gemieteten Van lernte ich Pat´s Freundin Vero kennen. Schön gemütlich, mit einem kühlen Getränk in der Hand fuhren wir gemeinsam nach Tulum runter, wo wir Toddy (Thorsten Wälde) und seine Freundin Claudia treffen wollten.

Im Aktun angekommen wurden wir von Toddy, Claudia und Lina( Gunnis Frau) herzlich in Empfang genommen. Bei Cola und Tortillia ( von Toddys Teller) plauderten wir erst einmal ein Stündchen.

Nach div. Vorbereitungen für die nächsten Tage haben wir dann die erste Nacht im Aktun verbracht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück dann die erste überraschung für mich: Wir residieren die ersten 5 Tage in Merida, in einer alten Hazienda, die der Großmutter von Chris (Freund von Toddy) gehört. Geplant war eigentlich 5 Tage Merida und 3 Tage Dschungelcamp, alles in der Hängematte und zwischendurch 2 mal Hotelbett.

Hazienda

Nachmittags angekommen auf der Hazienda hörte das Staunen gar nicht mehr auf.

Es ist ein riesiges Anwesen mit Haupthaus, 3 Gästehäusern, Kapelle, Haus für die angestellten Gärtner und einem wunderschönen Garten.

Nach dem Klamotten ausladen wollte ich natürlich gleich eine Höhle oder eines dieser berühmten Sinkholes betauchen. Aber der erste Dive war dann nicht ganz so klasse.

Chanrunti

Das Teil war zwar schön gelegen, hatte aber nur braune Brühe und keinen Höhlengang.

Ich hab den Dive dann als check-explorer abgehakt (grins).

Am nächsten Tag ging es dann richtig zur Sache. Wir sind am berühmten Sinkhole "Saba ka". Das Loch ist wunderschön gelegen, mitten in der Pampa. Besonders zu empfehlen ist es für die Mischgasfreunde, bis 160 m wurde es schon betaucht. Man muss das einfach gesehen haben, ca. 50 m im Durchmesser, Kreisrund und tiefer als 160 m. Der Wahnsinn!

  • Saba ka
  • Einstieg

Abends besuchten wir eine amerikanische Truppe von Cave-explorer’n um Kurt Bowen, vom Advanced-Diver-Magazin. Pat und Toddy knüpfen hier den Kontakt durch deren Majaführer, Dinizio und Pedro, die uns die nächsten Tage begleiten sollten.

Den vierten Tag führten uns Dinizio und Pedro. Die beiden waren übrigens eine super Bereicherung für unser Team. Sie kannten nicht nur die versteckten Cenoten, sondern waren auch immer hilfsbereit und mit viel Spaß bei der Sache. Sie führten uns also zu einer ehemaligen Hazienda "Canun".

Brunnenschacht

Hier gab es einen Brunnenschacht in den man sich abseilen musste um in die Höhle zu gelangen.

Das Abseilen mit Klettergeschirr und Sidemountconfiguration ging dann nach Einweisung von Toddy auch ganz locker.

Unterwasser, nach Gewöhnung an die seitlichen Pullen, dann der Hammer: „Artefakte“, drei zerfallene Menschenskelette (Grusel), eine Kuh oder ähnliches und div. Majatöpfe waren zu sehen. Der reine Wahnsinn. Nachdem wir uns an der Wasseroberfläche ausgeruht und viel Spaß, mit auf dem Wasser laufenden Ameisen hatten, ging es an den Aufstieg.

10 – 15 m frei senkrecht am Seil, Toddy zuerst, es sah ganz locker aus, wie er da hoch gedüst ist. Der Zweite war ich, meine Herren, die ersten Meter noch zügig aber dann........, oben angelangt und 5 min. Hyperventilieren schwor ich mir wieder Joggen zu gehen.

  • Knochen
  • Ausstieg

Dann kamen Vero und Claudia. Wo Pat und Toddy vorher noch dachten die Mädels müssten hochgezogen werden, staunten alle nicht schlecht mit welch einer Leichtigkeit die Beiden da hochgedüst kamen. Bevor Pat hoch durfte, musste er erst einmal alle Flaschen einhängen, die Dinizio und Pedro dann hochzogen. Wir, die oben schon wieder normal Atmen konnten, hatten jetzt richtig Spaß. Pats Fußacender wollte erst nicht passen, aber letztendlich hat er den Elefantenfuß doch noch in die Schlaufe bekommen (grins). Ansonsten hätte die Höhle ein Artefakt mehr bekommen, denn hochziehen wollte ihn keiner.

Abends waren wir dann noch von Dinizios Frau, an Ihrem Geburtstag, zum Essen eingeladen. Ich war ja erst skeptisch aber alles schmeckte sehr gut.

Und diese Gastfreundschaft, einfach unglaublich.

kleine Runde

Der nächste Tag führte uns zur Cenote „Spatun“. Vor einem Felsenbogen liegt der glasklare, mit Seerosen bewachsene Teich (paradiesisch). Wir machten uns fertig, dann vorsichtig durch die Seerosen an die Felskante. Bubblecheck, Matching, Luftplanung und los!

Vorne schwimmt Toddy, Nummer Zwei ist Claudia, Drei bin ich und Pat mit der Videocamera ist hinten und überall. Vero muss leider draußen bleiben, sie hat noch kein Fullcave-Brevet, aber das wird sich sicher bald ändern.

Nach ein paar Metern haben wir die Hauptleine, ab hier fällt die Höhle schnell ab. Nach 15- bis 20 min. sind wir um die 40 m. Dann eine Engstelle, flutsch, flutsch sind Toddy und Claudia durch. Ich gleite langsam in den Spalt und „bang“. Doch an die Decke gestoßen. Auf dem Rückweg werde ich’s besser machen. Hinter der Engstelle fragt Toddy uns ob wir noch ein kleines Stück weiter wollen, natürlich wollten wir, aber die Tiefe lässt unsere Finis fallen und bald hebt einer den Daumen. Gemütlich zurück, noch ein paar Minuten Deko und die Sonne Meridas hat uns wieder.

Buen hijo

Am Abend waren wir dann wieder bei Dinizio eingeladen. In seinem Garten füllten wir unsere Flaschen und 10 m daneben wurde über dem Lagerfeuer schon gebrutzelt. Aber vor dem Essen wollten Pat und ich uns noch einmal abseilen. 500 m vom Haus entfernt gab es die Cenote „Buen hijo“. Ein kreisrundes, mit Baumwurzeln verziertes, ca. 9 m tiefes Loch.

Buen hijo

Im Wasser ging es mit dem Primary bis zur Hauptleine. Ein großer Gang, Anfangs mit schlechter Sicht, führte uns zu einem „T“ , das wir rechts gingen, weil die Hauptleine wieder steil hoch führte. Hier gelangten wir in eine riesige weiße Halle mit großen herumliegenden Felsbrocken. Die Höhle war wieder ziemlich tief, so das ich auch bald das Umkehrzeichen gab. Im abendlichen Schummerlicht an der Cenote angelangt, war viel Zeit zum Fotografieren. Ich hatte 40 min. Deco auf der Uhr. Das Rausklettern war dann leicht, waren ja nur 9 m.

Nach einem ausgiebigen Frühstück gab es am nächsten Vormittag ein neues Abenteuer. Auf meine Frage wo es denn hinginge, meinte Toddy nur “überraschung“. Pedro und Dinizio wurden abgeholt, gemeinsam ging es in ein Dorf, wo Esel kleine Schienenwagen zogen. ( Diese wurden wahrscheinlich ehemals zum Sisaltransport genutzt.) Unsere Flaschen, Gerödel, Pausensnack und wir selbst saßen dann auf 3 Wagen mit Esel davor.

  • Lastkarren
  • Einstieg

45 min. ging die Schienenkutsche geradezu in die Pampa, zur Cenote „Bolon choojol“. Diese war dann, unter der Erde im Cavernbereich, ein Traum. Da Toddy seine Hauptlampen in der Türverkleidung des Autos vergaß, hatten wir vor dem Tauchen noch viel Zeit zum Rumalbern, Baden und Fotografieren. Getaucht haben hier Claudia, Toddy und ich. Vero und Pat blieben im Cavernbereich.

Die Höhle ging gleich wieder bis um die 30- bis 35 m, um dann irgendwann in einer engen Röhre brutal senkrecht zur Oberfläche aufzusteigen. Dieses Profil wollten wir uns hier nicht antun. Wir drehten nach ein paar Metern der Röhre folgend wieder um. Da wir noch genug Zeit/ Luft hatten, kroch Toddy explorermäßig in diverse enge Löcher. Claudia schimpfend und ich grinsend, schauten uns das von der Hauptleine aus an.

Hazienda

Abends im Sonnenuntergang vor dem Gästehaus der Hazienda sitzend, besprachen wir die Abreise für den nächsten Tag.

5 Tage Merida waren wie im Fluge vergangen.

Am folgenden Tag ging es wieder runter Richtung Tulum. Ein kurzer Zwischenstop wurde noch an der Cenote „Chi Chuan“ eingelegt. Hier geht man durch die Tür eines Stallgebäudes, die Treppen runter Richtung Keller und steht plötzlich vor dem Wasser (so etwas hätte ich auch gerne unter meinem Haus)! Die Höhle hat zwar nur einen großen Cavernbereich, war aber schön dekoriert.

Im Aktun angekommen, wurde erst einmal wieder Flaschen gefüllt, eingekauft und Toddy hatte, glaube ich, noch die halbe Nacht damit zu tun, diverse Dinge zu organisieren.

Am nächsten Vormittag ging es dann mit einem nicht mehr ganz so neuen Geländewagen Richtung Dschungelcamp. Auf der Straße nach Playa fuhren wir irgendwann links auf einen Schotterweg. 30-40 min. holperte die alte Karre uns in den Urwald, dann war der Weg zu ende.

Nun ging es heftig zur Sache, 5 Menschen schleppten ihre Doppelgeräte, das andere Tauchgerödel, reichlich Vorräte und sonstige Klamotten auf einem Majapfad durch den Dschungel.

Lastesel

Den Bauer-Junior II schleppte Pat alleine auf dem Rücken. ( Ich dachte der Kerl ist ja härter wie ein Esel).

Ein Weg dauerte 20 min. Jeder musste 4 mal hin und zurück laufen, bis wir alles da hatten.

Im Camp, namens „Tux kubasha“(Affenhaus), stehen schon 3 Palappas und eine Holzplatt-form am Wasser. Hier ist es einfach nur traumhaft. Nachdem die Hängematten und alles gerichtet ist, schauten Pat und ich mal kurz apnoemäßig unter die Höhlendecke. Der Raum fängt gleich riesig breit an, ein Primary wird nicht benötigt, da die Leine bis draußen liegt, aber zum Tauchen waren wir zu platt.

beim Kochen

Derweil hatten die Mädels und Toddy schon wieder das Essen vorbereitet.

Ich wurde wieder bekocht und bemuttert, wie die ganzen Tage schon.

Die erste Nacht in der Hängematte erinnerte mich an meine Pfadfinderzeiten als Jugendlicher. Unter freiem Himmel, mitten im Dschungel ist aber noch eine Steigerung.

Am Morgen ging es dann ab in die Höhle Richtung Mastodonknochen. Nach ca. 50 min. erreichten wir diese. Was mir vom Erzählen bekannt war, sahen wir im Original. Bestimmt einige Minuten schwebte ich regungslos vor Ehrfurcht davor. Dann ging es weiter, Stalaktiten und Stalkmiten-Wälder, Dekoration wie ich sie noch niemals vorher gesehen habe. Diese Höhle ist der Hammer! Nachdem wir unsere Stagepullen eingesammelt hatten, waren wir nach 180 min. wieder draußen. Ein Höhlentauchgang der Extraklasse!

Toddy

Den nächsten Höhlentauchgang machten Toddy und ich alleine (die Anderen schwächelten irgendwie).

Er führte mich zu einer anderen Cenote, wo wir mitten im Urwald kurz auftauchten. Im Tageslichtbereich war die Stimmung unglaublich, das Wasser leicht gelbstichig, wachsen hier die Baumwurzeln durch die Decke, durch die wassergefüllte Höhle und wieder in den Boden. Der Dive dauerte 200 min, bei einer max. Tiefe von 14 m. Kein Problem aber meinen Waden hat es gereicht.

Leider gibt es von diesem Tauchgang keine Bilder.

Am dritten Tag wurde alles wieder zum Auto geschleppt und die Reise ging Richtung Tulum.

Die letzte Nacht im Aktun und meine 10 Tage waren schon wieder vorbei.

Bei Pat und Vero in Playa gab es dann am Abreisetag noch ein Plauderchen beim Frühstück. Danach brachten Toddy und Claudia mich zum Airport nach Cancun.

Fazit:

Für mich war dieser Trip mit den Jungs und Mädels von Pro-tec-Sardinia eines der letzten Abenteuer unserer Zeit.

Man schläft teilweise in der Hängematte mitten in der Natur, sitzt am Lagerfeuer, isst gutes Selbstgemachtes und das wichtigste für mich, man betaucht Höhlen die soooo unglaublich schön sind.

Jetzt Ende März 2006 kann ich immer noch von diesen Tagen zehren, mal sehen ob es bis zum Sommer hält, denn dann sehen wir uns in Sardinien wieder.

Viele liebe Grüße

Manfred Reise

back letzte Bearbeitung: 09.08.2018 totop  
 
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