Dive Station Hemmoor GmbH

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Reisebericht Sardinien, 24.07-14.08.2005

Sardegna
Tauchmobil

Nachdem ich nun mein gelbes Tauchmobil und mich selbst reisefertig gemacht habe (Flaschenhalterungen, Urlaubscheck in meiner Fachwerkstatt, Tauchuntersuchung bei Doctor Heinzi, Reisekühltasche mit 12 V Anschluss von Penny, Dieselfüllung unserer HEM-Tankstelle und ein paar Trainingstauchgängen in Hemmoor), machte ich mich auf ins ferne Italien. Ziel war diesmal die "Insel der Winde" : Sardinien!

Im letzten Jahr lernte ich Toddy und Patrick in Mexiko kennen. Die beiden haben sich nun auf Sardinien niedergelassen und die Tauchbasis "PRO TEC-SARDINIA" eröffnet. So entschloss ich mich dann, dieses Jahr die Jungs zu besuchen. Der Reiseplan sah folgende Ziele vor: Das erste Etappenziel war der Lago Maggiore mit seinem riesigem Staudamm, dem Selvatica und den beiden Zuflüssen, der Vercasca und die Maggia. Dort evtl. ein oder zwei Tauchgänge im klaren Flusswasser. Weiterfahrt zur italienischen Lampenschmiede FAMI, um mal einen Blick in die Produktionshallen zu werfen und mal zu hören, was es so Neues gibt. Erster großer Zwischenstopp mit zwei Übernachtungen im Hotel in Porto di Arenzano. Hier sollte das Wrack der Haven mit zwei Tauchgängen betaucht werden. Weiterfahrt nach Civitaveccia zur Fähre und übersetzen nach Sardinien und letztlich die 100 km dann nach Cala Gonone an der Ostküste.

Los geht’s!

Am Sonntag dem 24.07.2005 machte ich mich also auf zur großen Fahrt. Sehr flüssig und ohne Stress ging es über die deutschen Autobahnen, etwas Mühe hatte ich allerdings an den Kassler Bergen. Mein gelbes Tauchmobil ist etwas untermotorisiert, aber sparsam im Verbrauch. So hatte ich dann schon mal eine Vorstellung davon, was mich in den Bergen der südlichen Gefilde erwartete. Tank.- und Ruhepausen wechselten ab und so stand ich dann Montagmorgen um 7 Uhr auf dem großen Staudamm, der die Verzassca vom Lago Maggiore trennt.

Staudamm

Dieser Staudamm spielte in dem James Bond Film „Golden Eye“ eine kleine (220m hohe) Rolle, stürzte sich der Superheld doch in die Tiefe, (auf der Staumauer, am höchsten Punkt, ist nun eine Bungee-Sprunganlage aufgebaut, die ab dem Nachmittag für ca. 170 € je Sprung benutzt werden kann). War zwar schon sehr imposant mal von der Staumauer zu schauen, aber ich hatte eigentlich vor, ein oder zwei Flusstauchgänge zu machen. So ging es dann den Weg weiter nach oben zu einem bekannten Tauchplatz, der „Römerbrücke“, dort aber Enttäuschung, der Wasserstand war meines Erachtens etwas zu niedrig. Ich wollte nun nicht auf dem Bauch den Felsen runterrutschen und mit der Flasche die Luft zerschneiden. So änderte ich meinen Plan und fuhr zum nächsten Tauchplatz. Eine Ansammlung kleiner Becken sollte am Fluss Maggia zum Tauchvergnügen einladen. Angekommen, aber auch hier „Niedrigwasser“. Ebbe und Flut mitten in den Schweizer Bergen? Kannte ich nur aus dem mir vertrautem Norden, aber angeblich soll es hier ja auch die „berittene Gebirgsmarine“ geben, warum also nicht auch Ebbe und Flut?

Also keine Tauchgänge in den Bergen, dafür aber ein herrlicher Blick auf den Lago Maggiore, habe ich ja auch noch nicht gesehen!

Weiter nach kurzer Nahrungsaufnahme also auf die italienische Seite des Sees und zum Lampen- und Tauchzubehörherstellers FA&MI.

Nach einer langen Fahrt durch die Serpentinen entlang des Lago Maggiore ins Landesinnere und einigen Wendemanövern stand ich vor den Toren der Lampenschmiede. Nach freundlicher Kontaktaufnahme ein kurzes Gespräch mit der Verkaufleiterin und ich konnte ein paar Blicke in den Versand werfen. Ein paar Seiten des neuen Katalogs angeschaut und noch ein nettes Gespräch mit dem Großhändler für die Schweiz geführt. Alles in allem ganz nett, nun weiß man also auch wo FA&MI ist. Lag halt so ungefähr auf dem Weg. Weiter ging die wilde Fahrt also Richtung Genua und der Küste, zum großen Etappenziel: Porto di Arenzano und das Wrack der Haven!

Erst aber einmal die unendlichen Weiten der italienischen Berge und der schmalen Strassen, welche sich durch sie schlängeln. Ich dachte mir, die Autobahngebühren zu sparen ist besser, aber beim nächsten Mal doch den bequemeren Weg. Das tat ich dann schon auf der Rückfahrt (500 km geradeaus ist besser und einfacher zu fahren!). Nichts desto trotz aber ein schönes Erlebnis, so habe ich die Landschaft gesehen und auch intensiv genießen können (aber das Quietschen meiner armen Tauchmobilbremsen liegt mir jetzt noch in den Ohren).

Dann kam die Küste der Ligurischen See in Sicht und ich musste nur noch das Städtchen Porto di Arenzano finden. War aber auch nicht so schwer, liegt direkt an der Küste, zu erreichen über die ‚Autostrada Ventimiglia-Genova’, Ausfahrt ‚di ARENZANO’.

Porto di Arenzano und das Wrack der Haven

Techdive

Nach kurzer Suche fand ich das Objekt meiner Begierde: die Tauchbasis TECHDIVE von Gino Sardi. Der Empfang an der Tür war zuerst etwas zögerlich, die allgemeine Sprachbarriere war schuld. Gino spricht zwar etwas Englisch, traute sich aber erst nicht so recht. Nachdem ich aber mit meinem fließendem Italienisch, welches schlechter ist als mein Kisuaheli, Gino die Furcht nahm, trafen wir uns in der Mitte und eine Verständigung war nun kein Problem mehr (ich weiß immer noch nicht, was ich da für Formulare unterschrieben habe). So war die Zeit dort sehr angenehm und herzlich. Nach dem Einchecken wurde der Tauchplan für meine beiden Tauchgänge besprochen und festgehalten. Die Tauchgangsplanung wurde mit dem V-Planner gemacht und war sehr konservativ. Deko mit EAN 50 und O2, beide Tauchgänge hatten eine Runtime von 62 Minuten. Da ich meine eigenen Tanks (d 12 schwer, 2x 80 cuf und 7l Stahl für O2) mitgenommen hatte und in der Füllstation meines Vertrauens Dive-Station-Hemmoor gefüllt habe, brauchte ich pro Tauchgang nur 40,00 € zahlen. Und die haben sich gelohnt!

Zuerst aber ein Hotelzimmer finden. Leider hatten alle Italiener Urlaub oder Ferien und so wie es aussah tummelten die sich hier in Arenzano. Fast alle Hotels waren ausgebucht, bis auf eines, da buchte ich mich ein. Einfaches Zimmer, Toilette und Bad auf dem Gang aber günstig. Pro Nacht zahlte ich dann 45,00 €. Ich habe schon einfacher und teurer gewohnt (damals in Russland), aber für zwei Nächte war das okay!

Das Wrack der Haven ist ein Monster!

Haven

Bei 270 Meter Länge (ursprünglich über 300 Meter aber der Bug fehlt) steht es aufrecht in 80 Meter auf Grund und ragt mit seinen obersten Aufbauten bis in 32 Meter Tiefe hoch. Dort an der Reling ist dann auch die „Main Shot Line“ festgemacht. Mit dem Schlauchboot und 200 PS im Rücken dauerte die Fahrt zur Wrackboje nicht mal 10 Minuten. Nach dem Abtauchen entlang der Leine dann eine Runde über die obersten Aufbauten und dann seitwärts etwas tiefer. Ein kleiner Schlenker in die obersten Aufbauten hinein, etwas tiefer dann in die Brücke und seitwärts wieder heraus. Entlang einer Leine zum Kamin und wieder zurück und der Aufstieg hat begonnen. Dank der Deko-Gase eine etwas längere Grundzeit und nach 62 Minuten dann wieder an der Wasseroberfläche. Besonders zu betonen ist die Dekostation. Eine frei driftende Station mit Dekostangen auf 9-6-3 Meter sowie Reserve-Gas erleichterte die Deko und machte es sehr bequem (in meinem hohen Alter sehr wichtig!).

Haven

Der zweite Tauchgang am nächsten Tag führte mich etwas tiefer und weiter hinein in die Haven. Wieder abgetaucht ging es diesmal außen entlang der Aufbauten bis auf das Oberdeck, in die kleine Schlosserei, entlang an einer Batterie Schweißgasflaschen bis zum Pumpenraum. Dort endete meine Grundzeit und wir leiteten den Aufstieg ein. Nach ausgiebiger Dekompression erschienen wir wieder nach 62 Minuten an der Oberfläche. Gerne wäre ich auch diesmal länger unten geblieben aber irgendwann ist nun mal Schluss.

Unser Guide Stefano steckte sich gleich eine Zigarette an, ganz in der Tradition der alten Schwammtaucher. Ich bevorzugte mein stilles Wasser und war auch zufrieden.

Dirk

Am Nachmittag, nach der Rückkehr in den Hafen, dann eine Überraschung. Gino hatte Besuch von einem Freund, der ein Side Scan Sonar mitbrachte. Spontan wurde ich zu einer Wracksuche eingeladen und wir hatten den ganzen Nachmittag Spaß. Mit an Bord war Paolo Genta, der Deutschsprechende Vermittler der Tauchbasis. So wurde mir alles zur Technik und Suche genauestens erklärt.

Nachdem noch zwei Ortskundige Seeleute an Bord genommen wurden, ging die Suche los. Andrea, der Experte am Sonar, wurde aufgrund der Ortskenntnisse der beiden sehr schnell fündig. Erstaunlich wie die zwei nur mit Landmarken navigierten (hier hauptsächlich der ältere der beiden), nach drei Stunden war das (vermutlich) gesuchte Wrack gefunden, die Position markiert und wir fuhren zurück in den Hafen, bzw. zur Tauchbasis.

Dort wurden die Daten der Suche am Laptop und über einen großen Flachbildschirm ausgewertet. War es das gesuchte Segelschiff, welches damals um 1800 im Sturm gesunken ist? Oder ragten doch nur die Aufbauten eines Lastkahn aus dem Sand, oder doch was ganz anderes. Gino, Stefano und die anderen wollen das dann später mit ausgedehnten Tauchgängen und einigen Pump- und Ausspülarbeiten herausfinden. So endete ein spannender Tag und zwei aufregende Tauchtage an der Ligurischen Küste.

Weitere Infos unter www.techdive.it

Am Abend dann eine Pizza mit Meerblick und es wurde Zeit weiter zu ziehen.

Am 28.07.2005 morgens um 03:45 Uhr bin ich in Civitaveccia (oberhalb Rom) im Hafen angekommen. Zwei Stunden Schlaf vor der Hafeneinfahrt (Landseite) und ich konnte dann zum Parkplatz der Fähre fahren. Nach der Fahrscheinkontrolle dann die Auffahrt, einen Stellplatz zugewiesen bekommen und glücklicherweise konnte ich noch meinen Bauch einziehen, sonst wäre ich nicht aus dem Auto gekommen. Der Lademeister hat jeden cm² zugestellt. 6 Stunden Fahrt im Liegestuhl bei Sonnenschein und an schlafen war nicht zu denken. Es war zu heiß, um 09:00 morgens. Ich habe dann doch noch die Zeit rumgekriegt und bin in Golfo di Aranci angekommen. Nun aber ab nach Cala Gonone. Noch mal 100 Km Autofahrt und ich war da!

Cala Gonone

Cala Gonone

Ca. 100 km von Olbia im Norden, liegt Cala Gonone an der Ostküste Sardiniens. Die nächstgrößere Stadt heißt Dorgali, (sehr wichtig, denn hier befinden sich die einzigen funktionierenden Geldautomaten. In Cala Gonone gibt es zwar einen direkt am Hafen, aber selbst die Einheimischen sagen, dass dieser nur manchmal funktioniert!). Das Städtchen Cala Gonone wuchs von einem kleinen verschlafenen Fischerdörfchen, zu einem attraktiven aber nicht allzu großem Ferienort heran. In der Hauptsaison kann die Einwohnerzahl schon mal an die 20.000 gehen. Jedoch außerhalb der Urlaubszeit der Italienischen Festlandbewohner reduziert sich das dann wieder auf ein paar Hundert Fischer, Rentner, Hotel- und Restaurantbesitzer und deren Familien. Viele Jüngere Sarden ziehen zum Festland um dort zu Studieren oder andere Berufe zu erlernen und auszuüben. Ohne Zweifel lebt der Grossteil der Leute vom Tourismus, dieser hält sich aber in Grenzen. Ballermann und Billigreisen gibt es nicht, hier ist es noch ruhig, etwas exklusiver oder für den Camper und Naturliebhaber. Eine gute Mischung!

Angekommen und nach kurzer Suche fand ich dann mein Apartment. Das Vermieterehepaar, ein ehemaliger Chefkoch großer Häuser im In- u. Ausland und eine ehemalige Krankenschwester, begrüßten mich herzlich. Nach zwei Tassen Kaffe (die besten der Welt!), ging es dann auf die Suche nach der Tauchbasis.

Di Carlo´s

Wie so oft rennt man 16,52 mal dran vorbei aber letztlich war sie dann doch gleich in der Nähe. Später bemerkte ich, das man das Hotel, in welches die Basis integriert ist, von unserem Apartment aus sehen kann.

La Playa

Am nächsten Tag holte ich meine Lebenspartnerin Judith vom Flughafen in Olbia ab. HLX fliegt die Insel ab Hannover recht günstig an. Sie kam natürlich nur mit dem Beauty case, das Tauchgerödel hatte ich ja schon im Wagen mitgebracht.

Protec Logo

Praktischerweise angelehnt an das Hotel La Playa, befindet sich die Basis ein paar hundert Meter vom Hafen entfernt am Stadtrand (wenn man bedenkt, das man in ca. 38 Minuten die Stadt zu Fuß durchquert hat, ist das nicht so weit). In der Vor- und Nachsaison ist das Hotel schon recht günstig, in der Hauptsaison muss man schon mehr berappen. Tja, so ist das eben. Aber ansonsten nichts zu meckern! In der Basis befindet sich ein Empfangsraum mit Tresen (leider kein Bar-Tresen), Tisch und Stühlen sowie einer großen Tafel für das immer sehr ausführliche Briefing. Des weiteren hat man die Möglichkeit, seine Ausrüstung in einem Raum mit abschließbaren Kisten zu lagern. Alle für das Tauchen notwendigen Gase gibt es im Füllraum. Mono-, Doppelgeräte, sowie Stageflaschen in mehreren Größen, Lampen und sonstiges können gemietet werden. Eine Werkstatt und Werkzeug stehen dem Kunden für kleinere Reparaturen ebenfalls zur Verfügung. Pro Tec Sardinia bietet geführte Tauchgänge im Freiwasser und an den bekannten Wracks an. Schwerpunkt ist allerdings das Höhlen- und Technische Tauchen und die damit verbundene notwendige Ausbildung. Kurz gesagt, alles da!

Das Team
Das Team
Toddy
Toddy
Patrick
Patrick
Claudia
Claudia
Marco
Marco

Die Tauchplätze

Texte "teilweise Auszüge" und einige Bilder mit freundlicher Genehmigung von PRO TEC Sardinia

Die Tauchplätze liegen nahe vor der Küste, erreichbar in nur wenigen Minuten mit dem Baseneigenem Schlauchboot, oft auch in unmittelbarer Nähe der Höhleneingänge. So konnten die Freiwassertaucher dann im Mittelmeer tauchen und die Klaustrophobiker in den Höhlen.

Vor Cala Gonone liegen zwei, gut zu betauchende Wracks. Die „KT-12“ (ein Marinefrachter) und die „Nasselo“ (ein kleiner Frachter, ehemals ein Fischkutter mit Dampfmaschine und Segel), beide Schiffe Opfer des II. Weltkrieges und desselben englischen U-Bootes, der „Safari“.

Die KT-12

KT-12 Brücke
KT-12 Brücke
KT-12 Kanone
KT-12 Kanone

Die Nasselo

Matt Nasselo
Matt Nasselo
Nasselo Bug
Nasselo Bug

Unsere Tauchgänge

Vier Männer machten sich auf, um ein Wrack zu betauchen, doch sie rechneten nicht mit der See!

Gregor, Marco, Patrick und ich hatten eigentlich vor, einen ruhigen und lockeren Tauchgang an der KT-12 zu machen. Normalerweise fährt man ca. 30 Minuten raus, Richtung Orosei und erreicht dann mit dem GPS die Position. Dort liegt eine Boje an der Wasseroberfläche und man befestigt das Boot an der selben. Normalerweise! An diesem Tag jedoch hatten wir leichten Seegang, etwas Strömung aber noch so verträglich, dass einer Ausfahrt nichts im Wege stand. Nach dem Briefing wurde die Ausrüstung gepackt und es ging mit dem Geländewagen runter zum Hafen. Als das Boot bereit war, ging’s dann auch los! Nachdem wir die Position erreicht hatten, guckten vier Helden in Neopren erst mal blöde ins Wasser. Keine Boje! Das GPS ist auch viel zu ungenau, also noch mal eine Anfahrt. Wieder nichts. Noch mal! Wieder nichts. Wo ist die Boje? Also zurück zu den Wurzeln, wie war das noch mit der natürlichen Navigation? Landmarken anpeilen, dort ist das Hotel, die Sonnenschirme, der Strand auf der Seite, schnell mal nach dem Sonnenstand gepeilt, Finger in die Höhe, Windrichtung beachten und wenn die Möwe so vorbei fliegt, dann liegt das Wrack genau unter uns. Denkste, wieder keine Boje! Dann kam die rettende Idee (ich glaube von Gregor), ganz im Sinne der Schweizer Gebirgsseals! Zwei Mann in ABC-Ausrüstung auf den Schlauchbootwülsten sitzend, einer am Ruder und ein Sicherungstaucher am Heck. GPS Position anfahren, ein Pfiff aus der Schweizer Gebirgssealsignalpfeife, rein ins Wasser, durchsacken lassen und Boje suchen! Gesagt, getan. Neuer Anlauf, Pfiff und los! Da ist die Boje!! Aber dann war klar, warum wir das Ding nicht gesehen hatten. Eine Strömung drückte die Boje ca. 15 Meter unter Wasser. Also runter mit Seil, anknoten und gut! Denkste, alles schwieriger als wir dachten. Aber irgendwann haben wir unser Gummiboot verknotet, alle Taucher aufgesammelt und lagen erst mal völlig fertig an Deck. Wie war das noch: Keine übermäßige Anstrengung vor dem Tauchen? Also ruhten wir uns erst mal aus, lagen in der Sonne und entspannten uns und warteten ab. Nachdem der Ruhepuls wieder in Ordnung war, unser Flüssigkeitshaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht wurde, ging es ab entlang der Leine nach unten und ein wunderschönes Wrack empfing die vier Helden in Neopren!

KT-12 Seitengang

Wir hatten erwartet, das unten am Wrack starke Strömung den Tauchgang erschwert. Doch beschränkte sich diese tatsächlich nur auf den Tiefenbereich bis 15 Meter. Unterhalb war es doch sehr ruhig. Zwei Teile der KT12 liegen auf Sandboden in 34 Metern Tiefe. Sie sind von einer großen Anzahl von Bruchstücken und Teilen der Ladung umgeben. Das Heck liegt aufrecht in Fahrtrichtung und der höchste Teil befindet sich in einer Tiefe von 24 Metern. Der Bug hingegen liegt zur linken Seite geneigt und der höchste Teil befindet sich in einer Tiefe von 26 Metern. Grosse Durchgänge auf der Brücke und dem Laderaum lassen genug Platz, um durchzutauchen und die maritime Gesellschaft zu beobachten. Nach 40 Minuten waren wir wieder aus dem Wasser. Dieser Tauchgang hat sich gelohnt, war aber wie immer zu kurz.

Am Abend dann die ultimative KT-12 Bezwingergrillparty auf Patricks Terrasse. Mann, konnten wir Geschichten erzählen!!

Ein paar Tage später der zweite Tauchgang, mit meiner Freundin Judith und unserem Guide Toddy, dagegen war vollkommen ruhig. Die Boje lag an der Wasseroberfläche und wir hatten keinerlei Mühe ins Wasser zukommen und den Tauchgang durchzuführen. Die großen Augen meiner Freundin leuchteten beim Anblick der Fauna und Flora. Tipp: mit Nitrox und / oder Dekogasen den Tauchgang solange wie möglich genießen!

Der Tauchgang an der Nasselo war ein Geburtstagsgeschenk an meine Freundin. Judith hatte während unserem Urlaub das Glück, ihren Geburtstag zu feiern. Und das ließ sich kaum einer entgehen (schade, dass Patrick in Olbia etwas zu erledigen hatte aber wir waren dafür ja in der Wand, doch das dann später!). So gab es also einen Geburtstagstauchgang am Wrack und am Abend wieder eine große Grillparty (auf besagter Terrasse) und beides war nach Aussage der „jungen“ Dame wohl echt super.

Das Wrack liegt auf der Backbordseite auf 34m Tiefe. Das Zentrum ist komplett zerstört - Bug und Heck sind weitgehend in Ordnung. Wenn Du von der Heckseite aus tauchst, siehst Du, dass Ruder und die Schiffsschraube aus dem Sand ragen, jedoch mit nur einer Schaufel. Wenn Du auf der rechten Seite über das Heck tauchst, siehst Du einen sehr stark zerstörten Rumpf, von den Einschüssen der „Safari“. Nach kurzer Zeit erreicht man zwei Kabinen, wo die Wände fehlen, und nur noch das Gerippe vorhanden ist. Der zweite Raum war vermutlich der größte Aufbau des Schiffes. Das Zentrum des Schiffes ist sehr schwer auszumachen. Zu sehen ist jedoch eine recht große Winde mit Stahlkabel, die noch auf der Trommel vorhanden ist. Das Eindringen in den Bug und den Heckteil ist möglich, jedoch acht geben auf lose Kabel, Fischernetze und rostige Metallteile! Oft auch Unterschlupf für große Barsche. Im Bug, welcher sehr gut erhalten ist, findet man in der Ladeluke oft einen großen Conger. Direkt an der Bugspitze kann man noch den Flaschenzug erkennen, der wahrscheinlich benutzt wurde, um das Fischernetz einzuholen. Auch die zwei Anker mit jeweils 200kg sind zu erkennen, der rechte Anker ist kaum bewachsen, da die Strömung oft die Oberfläche reinigt.

Die Höhlen

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Sardinien ist ein Paradies für den Höhlentaucher, der nicht allzu lange im Flugzeug sitzen will und offen für andere Höhlen als in Mexiko ist. Aber diese Höhlen sind genauso spannend, reizvoll, schön und gut zu betauchen. Ich habe für mich eine neue Favoritin entdeckt: Die Insel Sardinien. Ich hoffe, das ich noch viel Zeit auf (unter) dieser Insel verbringen kann (und darf!). Im folgenden lasse ich einfach mal das Pro Tec Team erzählen und füge am Ende die Daten meiner Höhlentauchgänge zu.

Grotta del Bue Marino

Grotta Del Bue Marino

Als touristische Attraktion wurde der trockene Bereich der Höhle Bue Marino dem Publikum aufgetan. Im Hochsommer fahren einige Boote diese Höhle täglich an, um den Touristen die phantastischen Tropfsteinformationen zu zeigen. genau am großen Eingang neben den Transportbooten beginnt der Tauchgang in das System. Zunächst taucht man auf sehr geringe Wassertiefe (ca. 1.50m) ab und taucht danach in einem großen Raum wieder zur Wasseroberfläche auf. In diesem großen Raum kann man noch die alten Laufstege betrachten, die früher von den Touristen genutzt wurden, um den trockenen Bereich der Höhle sicher zu erkunden. Unser Weg führt im Wasser unter einer Brücke zum eigentlichen Höhleneingang der Bue Marino. Ausrüstungscheck, Sicherheitsdrill, Luftplanung - und schon geht es hinein in das System.

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Der Eingansbereich ist milchig, maximale Tiefe am Eingang ca. 15m. Süßwasser drückt schon am Eingang aus der Höhle, was natürlich den Effekt des Halokline (Süß- und Salzwasser treffen sich) schnell hervorruft. Mehrere Sumps erfolgen in diesem System. Es lohnt sich immer wieder mal aufzutauchen um die unglaublichen Formationen zu betrachten. Die Höhle scheint endlos zu sein; riesige Hallen mit wunderschönen Formationen tun sich auf. Teilweise fällt das System und steigt nach kurzer Zeit wieder an. Mehre Seitengänge tun sich auf, einige enden nach kurzer Zeit in Sumps und andere Gänge erstrecken sich um mehrere Kilometer. Es besteht auch die Möglichkeit trocken weiter zu marschieren, und danach in einem Sump weiterzutauchen. Allein diese Trockenpassagen lohnen sich. Es gibt noch viel zu entdecken in diesem System!

Ausrüstungskonfiguration: Backmount und Sidemount für die Sumps.

Gase: Pressluft

Exploration: Ein neuer Gang wurde von uns entdeckt. 600 Meter Leine wurde schon verlegt.

Unser Tauchgang dauerte 3 Std. 40 Minuten. Davon 2 Std. 26 Minuten Tauchzeit. Der Rest wurde in einem Trockenbereich verbracht, dem „Palacio di Cristalo“, einem riesigen Raum mitten unter dem Berg. Toddy und ich haben dort den Berg „gehört“, es war echt der „Wahnsinn“!!

Grotta di Cala Luna

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Direkt neben einem der schönsten Strände im Golfo de Orosei befindet sich der Eingang eines Höhlensystems. Kaum sichtbar vom Boot aus, geschweige denn von Unterwasser her, fährt (taucht) man einfach vorbei, ohne zu wissen, dass sich ein phantastisches Höhlensystem dahinter verbirgt. Der Tauchgang führt in einen schmalen Spalt hinein. An den Seitenwänden befinden sich Hunderte von Muscheln. Nach kurzer Zeit gelangt man zur Hauptleine und dann weiter tiefer ins Innere des Berges. Die Sichtverhältnisse sind erstaunlich gut, was sich ca. nach 8min kurz ändert. Das Wasser beginnt wieder milchig zu werden, und ein Halokline ist auch hier anzutreffen. Die Formation des Hauptganges bleibt konstant, die Spalte wird immer höher, und die Breite der Höhle nimmt zu, die Durchschnittstiefe beträgt 14m. Säulen und Stalaktiten sind zu bestaunen. Verschiedene Seitengänge tun sich auf. Die Leine endet nach ca.40 Minuten, jedoch kurz vor Ende der Hauptleine gelangt man zu einer Verzweigung und die Leine führt auf über 35m Tiefe, wo die Höhle ihren weiteren Verlauf nimmt.

Ausrüstungskonfiguration: Backmount und Sidemount

Gase: Pressluft und Nitrox

Exploration: neue Gänge wurden von uns entdeckt und Leine wird verlegt.

In der Cala Luna habe ich zwei Tauchgänge gemacht. Beim ersten haben wir einen Circle für den zweiten Tauchgang vorbereitet. Mit einer Tauchzeit von 115 Minuten und einer max. Tiefe von 36 m, brauchten wir eine zusätzliche Stageflasche. Auf dem Weg in die Höhle haben wir einen ziemlich großen Conger gesehen. Hier haben wir erst mal innegehalten und dieses riesige Tier beobachtet. Dann weiter und auf dem Weg immer wieder große Formationen bestaunt. Am nächsten Tag dann der Circle. Kurz vor dem Erreichen des Set up ging es am zweiten T links durch die schmale gewundene Röhre mit Rechts und Linkskurven sowie ein paar hoch und runter Bereichen. Wie in einer riesigen wassergefüllten Achterbahn. Dann plötzlich fällt man in eine große Halle. Hier nahmen wir unser Jump-Reel vom Vortag wieder auf und tauchten entlang der Hauptleine wieder hinaus. 104 Minuten später erblickte ich das süße Lächeln meiner kleinen Nixe wieder. Diese hatte im Bereich vor dem Höhleneingang einen ebenso schönen Freiwassertauchgang absolviert.

Grotta Utopica

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Diese Höhle ist unglaublich, man kann es in kurzen Worten beschreiben, denn das ist das „Tor ins Erdinnere“. Nach einer ca. 35min Fahrt mit dem Boot, erreicht man eine Stelle im Meer, wo die Klippen bis zu 400m hochragen. Genau vor so einer imposanten Klippe wird der Anker gesetzt. Der Tauchgang führt zu einer Tiefe von 13 Meter. Aus Steinen geformt, bildet der Eingang eine dreieckige Form, die auf 33 Meter abfällt. Am Grund dieses Schachtes befindet sich auch gleich der Eingang eines riesigen Höhlensystems. Gewaltige Hallen tun sich auf, der erste Weg führt parallel an den Klippen entlang, bis schließlich die Höhle ins Landesinnere führt. Immer größer wird das System, auch die Tiefe nimmt zu (33m leicht abfallend auf ca. 40m). Die Form der Höhle ist fast kreisrund, der Schein der Lampen reicht kaum aus um die Seitenwände anzustrahlen. Nach ungefähr 25min gelangt man in einen riesigen Raum, vergleichbar mit einer Kugel. Jedoch hier wird das System tiefer, der Grund fällt steil ab und endet auf ca. 50m, wo die Höhle ihren weiteren Verlauf nimmt. Dieses Höhlensystem ist nicht für jedermann geeignet, und sollte nur von erfahrenen Höhlentauchern besucht werden. Dieser Tauchgang sollte mit verschiedenen Gasen durchgeführt werden, da mit Luft schnell die Grenzen erreicht sind, und lange Dekompressionen erforderlich sind.

Ausrüstungskonfiguration: Backmount und Stage

Gase: Nitrox oder Trimix

Exploration: keine neuen Gänge wurden bis jetzt entdeckt.

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Ich kann kaum beschreiben wie es in dieser Höhle aussieht. Zu gewaltig sind meine Eindrücke von dieser gigantischen Höhle. Ich vergleiche die Gänge mit dem Elbtunnel, nur muss man sich vorstellen, dieser wäre geflutet und man taucht in der Mitte des Ganges durch. Toddy und ich legten am Eingangsbereich unsere Sauerstoffstageflaschen ab und nahmen die zweite Stage mit EAN 30 dann mit. Nach 15 Minuten auf ca. 34 Meter wurden die dann abgelegt und weiter ging es mit den Rückenflaschen. Ein Jump nach links bei ca. 25 Minuten und es ging hoch bis ca. 18 Meter. Nach 30 Minuten dann Umkehr und einer ausreichenden Dekompression schon innerhalb der Höhle (dank NITROX), konnten wir dann nach kurzer Sauerstoffatmung im Freiwasser über dem Höhleneingang auftauchen. Tauchzeit 99 Minuten, max. Tiefe 37,5 Meter.

Was haben wir sonst noch so gemacht?

Wir haben ein bisschen die Gegend erkundet, sind z.B. zur Grotta Ispinigoli gefahren und den zweitgrößten (bekannten) Stalagmiten der Welt bestaunt. Dieser hat eine Höhe von 38 Metern. Steht man daneben, kommt man sich als Mensch in Bezug auf Raum und Zeit doch sehr winzig vor, bedenkt man, wie lange es braucht, bis so etwas geschaffen wurde.

Pat in der Wand

Mit dem Pro Tec Team haben wir eine Klettertour auf die Gipfel Sardiniens gemacht. Na ja, es war eine vorbereitete Kletterwand für Beginner! Aber das war schon anstrengend und der Blick über Cala Gonone und das Meer bei Sonnenuntergang herrlich! Am aufregendsten war, als meine bessere Hälfte das Sicherungsseil in der Hand hatte und mein ganzes Leben durch meinen Kopf ging. Na ja, Patrick hat da schon aufgepasst.

Dirk sichert

Leider war hier der Akku unserer Kamera leer, die besten Bilder hätte ich machen können, als meine kleine „Bergziege“ im Seil hing!!

Wir haben natürlich am Strand gelegen, sind im Mittelmeer baden gewesen und haben am Abend die Kulinarischen Köstlichkeiten der Sardischen Küche genossen. Zahlreiche Restaurants laden dazu ein. Ein normales Preis / Leistungsverhältnis strapaziert dann auch nicht so den Geldbeutel (da wir uns zum größten Teil selbst versorgt haben und die beste Köchin der Welt aus allem etwas zaubern kann, haben wir uns mal was gegönnt).

Legendär waren auch die Grillabende mit dem Pro Tec Team auf der Terrasse bei Pat und Marco. Ich hoffe Ihr dürft da noch wohnen!

Am Schluss noch dies: Auf Sardinien wurde dieses Jahr ein sehr exklusiver Club gegründet. Der EXTREM POOL RESTRICTIONING CLUB. Zur Zeit gibt es 3 Mitglieder. Wer wissen möchte was es damit auf sich hat, der warte bis zu meinem nächsten Urlaub oder fährt nach Sardinien und stellt einen Mitgliedsantrag bei Pat und Toddy. Nun soll es schon einen schwierigeren Aufnahmetest geben. Level 2! Ich bin gespannt.

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