Dive Station Hemmoor GmbH

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Cueva del Moraig (Spanien)

29.06.2008 - 03.07.2008

Der zweite Besuch des unterirdischen Flusses Moraig

 

Wieder einmal machte ich mich auf den Weg Richtung Süden, nach Spanien, um einige Tage im unterirdischen (fast) Süßwasserfluß Moraig zu tauchen. Im Jahr 2007 hatte ich bereits das Vergnügen, mit einer sehr netten Truppe dort einige Tauchgänge zu machen. Der interessierte Leser kann dies in der Tauchen 4-2008 nachlesen oder sich auf der Internetseite www.fullcave.de informieren. Dieses mal wollte ich also wieder dorthin und mehr von dieser faszinierenden Höhle sehen.

 

Nachdem ich mein gelbes Tauchmobil wieder in einen technisch einwandfreien Zustand gebracht hatte (Dank an meine T4-Werkstatt), fuhr ich also los und am Ende lagen gute 5500 km hinter mir.

 

Zunächst aber ein Stopp in Wuppertal um meinen Beifahrer und Tauchpartner Frank, mitsamt seiner gelben Atemgasaufbereitungsanlage einzuladen. Danach noch 'ne Dusche, einen bis zwei Kaffee, kurz noch bei Aldi für unterwegs eingekauft und dann ging es los, Richtung Süden!

 

Nächster Stopp auf einem südfranzösischen Autobahnparkplatz, um dort die Nacht zu verbringen. Dank meines zuvor eingebauten Klappbetts über der Transporterladefläche waren die Übernachtungen auf dieser Tour recht bequem (okay, mit weicherer Unterlage wäre es noch schöner gewesen, aber für ein/ zwei Nächte ging`s ja). Aber nun ist es vorbei, das Verrenken auf der vorderen Sitzbank, abblasenden Luftmatratzen auf dem Tauchgerödel oder das schlangenartige Verteilen der Extremitäten zwischen der Ausrüstung.

 

Dann war es soweit, in der Nacht von Freitag auf Samstag kamen wir auf dem Parkplatz neben der „Klospülung“ an, einer Grotte, von der aus wir unsere Tauchgänge in die Höhle starteten. Frank war so voller Elan und Vorfreude, dass er sofort ins Meer sprang, um einige Runden zu schwimmen. Ich beleuchtete Ihn dabei mit meiner MOD-LED, damit er den Rückweg findet und nicht bis nach Afrika schwimmt. Die Nachtangler, welche am Ufer saßen, schüttelten die Köpfe und dachten sich wohl: „Typisch Touri!“

 

 

Dann bereitete ich das Nachtlager und wir schliefen also die restliche Nacht im Bus auf dem Parkplatz, um am nächsten Morgen die anderen am Ferienhaus zu treffen. So langsam trudelten die Freunde einer nach dem anderen ein und es füllte sich. Wir holten also die Hausschlüssel für das große Haupthaus und die kleinere Ferienwohnung. Diesmal waren wir an die 12 Leute und die wollten untergebracht werden. Wir haben wieder das selbe Haupthaus, mit Pool und Garage gemietet wie im Vorjahr auch.

 

Wir richteten uns also ein und rödelten, so wie im letzten Jahr auch, die gesamte Tauchausrüstung wieder in die Garage hinter dem Pool. Es sah wieder aus wie auf einer mittelgroßen mediterranen Tec-Tauchbasis. So nannten wir unser Haus dann auch, Tauchbasis Moraira:

 

Neben 4 Scootern, einem großen 420 Liter Kompressor, 7 Kreislaufgeräten, einigen Doppelgeräten  unendlich vielen Stageflaschen, Atemkalkkanistern und etlichem Kleinkram mit dütt und datt, standen da auch noch 3 VW Busse und 2 Kajaks rum!

 

Dann ging es daran, die Tauchteams zu bilden und die Tauchgänge zu planen.

 

Die Tauchgänge:

 

Im Juni 2007 machte ich meine Tauchgänge im offenen System (Doppel 12 L, mehrere 80 cuft. und 7Liter Stages). Damals ges. Tauchzeit 483 Minuten, max. Tiefe 25m. Da ich ne`n Haufen Fülllogistik hatte, tauchte ich diesmal mit meinem Habanero-Kreislaufgerät. Mit Doppel 10 Liter Flaschen am Gerät, zwei 80 cuft. Stages und einer 7 Liter O2-Stage, die immer im Bereich des Höhleneinganges, für den obligatorischen Sicherheitsstopp lag.

 

Diesmal beschränkte sich die Füllerei bei mir auf das Tariergas (ein 2L-Fläschchen) und ein wenig Nitrox oder Trimix toppen.

 

Es ist ein verdammt gutes Gefühl, wenn man nach 2 Stunden aus der Höhle kommt und die Drive-stage für den Kreisel ist nicht mal zur Hälfte leer. Allerdings kommt einem hier natürlich auch das Höhlenprofil zu Gute, es sind überwiegend mittlere Tiefen von 15-20 m zu tauchen. Ausserdem gibt es hier eine starke Strömung die aus der Höhle herausführt. Trotzdem, niemals zu wenig Gas mitnehmen. Es ist besser die vollen Flaschen wieder mit nach draußen zu nehmen, als 50 m vor dem Ausgang nichts mehr zu haben!

 

 

Um die Dekozeiten kurz zu halten oder sogar gar keine zu erlangen nutzten wir natürlich immer die passenden Gase zu den Tauchgängen. So kamen zB. Trimix 50/15 oder 40/20, Sauerstoff auf dem Sicherheitsstopp am Gartenzwerg und Luft als Tariergas zum Einsatz.

 

Ich tauchte in der einen Woche 4x in der Moraig.

 

Den Anfang machte ich mit Jogi, flösselnder Weise bis 490 Meter rein, kurz vor der Abzweigung zur Galleria del Lago. Hier befriedigten wir unsere Sehnerven an den wechselreichen Veränderungen des Höhlenquerschnittes. Mal breit, mal hoch, mal schmal, mal kantig. Unterwegs sieht man noch einige Salzwasserquellen sowie einige schöne Tropfsteinformationen.

 

Dann folgte am nächsten Tag der Scootertest um die Scooter für die Höhle auszutarieren. Das war bei den wechselnden Wasserschichten nicht leicht. Aber es ging.

 

Am 3ten Tag dann ausgiebiges Scooter Gassi führen in der Höhle. Mal hier hin mal dorthin. Da alles im Bereich bis 16 Meter war, blieb die Deko aus, es gab kein Jojoprofil und ein Sicherheitsstopp am Gartenzwerg mit 5 Minuten auf Sauerstoff langte.

 

Der 4te Tauchgang führte mich dann weiter in die Moraig, durch die Galleria del Lago, bis zur  Auftauchstelle mit kleinem Höhlensee.
Gasverbrauch hier: 45 bar aus einer 80 cuft Drivestage. Die Reservestage, mit der auch bis in den Höhleneingang getaucht wurde (dann der Wechsel auf die Drivestage) und der Scooter lagen bei 525m im Hauptgang, vor dem Jump in die Galleria del Lago. Chris und ich führten als Rückengerät jeder ein Doppel 10 Liter am Rebreather, sowie die Drivestage mit. Da die Höhle eine recht starke Strömung heraus führte, war der Weg raus deutlich schneller als rein.

 

Gesamte Tauchzeit meiner Tauchgänge war 560 Minuten oder 9 h und 20 Minuten. Maximale Tiefe 24 Meter. Weiteste Eindringtiefe mit ca. 900 Meter und zurückgelegte Strecke ca. 1,8 Km war beim Tauchgang in der Galleria del Lago.

 

Die Unterwasserbilder:

 

 

Die Region über Wasser!

 

Wir machten uns an einem Tag auf und erforschten das Umland der Moraig. Z.B. sind wir durch übereinander legen von Höhlenplan, Landkarten und Stadtplänen dem Höhlenverlauf Übertage gefolgt. Es ist schon interessant zu sehen, wo die Höhle sich so entlang schlängelt. Dann haben wir noch ein paar vielversprechende Eingänge zu Landhöhlen gefunden. Viel interessanter ist die Frage, woher die Höhle kommt und ob sie irgendwo reines Süßwasser führt.

 

Fazit: Ein weiter Weg, der sich aber lohnt. Ein Kreislaufgerät und Scooter sind in dieser Höhle sinnvoll, wenn man weitere Strecken zurücklegen will. Ich erinnere mich an das Video von Bernhard Pack, der mit einer Unzahl an Luftflaschen tauchte. Die Betonanker seiner Depots sind noch in der Höhle zu sehen. Und irgendwo, weit ganz hinten, ist bestimmt Süßwasser, nur wo?!

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